Römische Städte – Bonna – Bonn
Im Jahre 38 v. Chr. ist an der Stelle, die später zur Provinz Germania Inferior gehören sollte und an der heute Bonn liegt, eine ubische Siedlung belegt. Ungefähr im Jahr 11 v. Chr. wurde hier auf Befehl von Kaiser Augustus eines der Kastelle errichtet, die entlang des Rheins als Bollwerk gegen die Germanen dienten.
Nach der für das römische Reich verheerenden Varusschlacht errichteten die Römer hier im Jahre 17 n. Chr. ein Auxiliarlager, 43 n.Chr. wurde ein zweites Lager gebaut, in dem die 1. Legion und noch zwei weitere Auxiliartruppen stationiert waren. In den folgenden Jahren wurde das Lager namens Castra Bonnensia zu einem wichtigen Teil der römischen Verteidigungslinie entlang des Rheins.
Um das Lager herum entstand im heutigen Bonner Stadtteil Gronau im Laufe der Jahre eine zivile Siedlung, der vicus bonnensis. Hier haben auf einem ungefähr vier Fußballfelder großen Gebiet archäologische Grabungen ein Gräberfeld, Scherben, Überreste eines Badehauses und einen Tempel zutage gefördert.
In seinen „Historien“ erwähnt der römische Historiker Tacitus das Legionslager im Zusammenhang mit dem Bataveraufstand im Jahr 69/70, damit verbunden war die Zerstörung des Lagers.
Im „Haus der Geschichte“ sind heute im Untergeschoss einige interessante Fundstücke, so z.B. der Keller eines römischen Hauses zu besichtigen.Römische Städte – Colonia Claudia Ara Agrippinensium – Köln
Während der Regentschaft des Kaisers Augustus wurde den Ubiern, einem römerfreundlichen germanischen Stamm, ein umfangreiches Gebiet auf der linken Seite des Rheins übertragen. Als Gründungsjahr der Hauptstadt der Ubier, Oppidum Ubiorum, auf dem Gebiet, das später als römische Provinz namens Germania Inferior bezeichnet wurde, wird das Jahr 38 v. Chr. angegeben. Agrippina die Jüngere, spätere Ehefrau von Kaiser Claudius und Mutter des berüchtigten Nero wurde hier im Jahre 15 n.Chr. geboren, auf sie geht die Erhebung der Siedlung in den Stand einer Kolonie „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“ zurück.
Im Todesjahr Neros 68 n. Chr. wurde die Stadt durch Bataver und andere Stämme belagert, die Bevölkerung schloss sich den Aufständischen an, schwenkte aber letztendlich auf die römische Seite. Im Jahre 89 n. Chr. unter Kaiser Domitian wurde die Stadt zur Provinzhauptstadt, in der der Statthalter der niedergermanischen Provinz residierte. Die Stadt hatte immer wieder mit germanischen Angriffen zu kämpfen, im Jahr 274 wurde sie von germanischen Stämmen zerstört, nach mehreren Schlachten und wechselseitigen Eroberungen ging sie dann im 5. Jahrhundert endgültig an die Franken.
Als heute noch erhaltene römische Relikte sind die teilweise erhaltene Stadtmauer zu nennen, sowie der Römerturm. Das Römisch-Germanische Museum birgt viele interessante Schätze aus dieser Zeit.Römische Städte – Castra Vetera – Xanten
Die Anfänge von Xanten reichen in die Jahre 13 und 12 v. Chr. zurück, als ein Legionslager namens Castra Vetera auf dem Fürstenberg errichtet wurde. Das Lager diente als Ausgangspunkte für Kriegszüge ins nahe Germanien und beherbergte etwa 8.000 – 10.000 Soldaten.
Im Jahre 8 v. Chr. wurden die Sugambrer, ein westgermanischer Stamm, in das linksrheinische Gebiet in die Nähe des Castra Vetera angesiedelt, die Bevölkerung wuchs, bis die Siedlung sich zu einer von bis zu 15.000 Menschen bewohnten Stadt entwickelte. Unter Kaiser Marcus Ulpius Traianus wurde sie im Jahre 110 n. Chr. zur Colonia Ulpia Traiana erhoben und in der Provinz Germania Inferior neben Colonia Claudia Ara Agrippinensium zu einem wichtigen Handelsposten. Die Stadt hatte immer wieder mit Überfällen germanischer Stämme zu kämpfen, im Jahre 275 wurde sie durch die Franken überfallen und unterworfen. 310 entstand auf demselben Gebiet eine neue kleinere, aber leichter zu verteidigende Stadt mit dem Namen Tricensimae, aber da die germanischen Angriffe nicht aufhörten, wurde sie im 5. Jahrhundert aufgegeben.
Im Archäologischen Park Xanten kann der interessierte Besucher einige teilrekonstruierte Bauten oder Modelle derselben in Originalgröße, sowie originale Funde aus der Römerzeit bewundern. Das Römermuseum gibt einen interessanten Einblick in die Epoche.Tipps zur römischen Geschichte rund um Xanten
- Archäologischen Park Xanten
- Sonderausstellung bis zum 30. August 2009 - Marcus Caelius – Tod in der Varusschlacht - Hier die offizielle Beschreibung: Der römische Zenturio Marcus Caelius hatte im langjährigen Dienst bei den Legionen bereits vieles erlebt. Für seinen Mut und seine Tapferkeit im Kampf war er vielfach ausgezeichnet worden. Doch als er 9 nach Christus am Feldzug des Varus tief in den germanischen Wäldern rechts des Rheins teilnahm, war alle Erfahrung vergebens. Mehr als 20.000 römische Soldaten fanden den Tod im Hinterhalt germanischer Krieger unter der Führung des Arminius.
Römische Städte – Augusta Treverorum – Trier
Bevor das spätere Trier im Jahre 16 v. Chr. von Kaiser Augustus als Augusta Treverorum (Stadt des Augustus im Land der Treverer) in der Provinz Belgica gegründet wurdet, existierte auf Gebiet im Jahre 30 v. Chr. ein Militärlager. Zur Zeit des römischen Reichs war Augusta Treverorum eine Weltstadt, in der mehrere zehntausend Menschen lebten. Im Jahre 300 n. Chr. zählte es 80.000 Einwohner.
Im Jahr 275 wurde die Stadt durch die Alamannen und Franken unterworfen, aber der hier von 293-306 residierende Constantinus I verhalf der Stadt zu neuer Blüte. Während der diokletianischen Tetrarchie wurde Treveris zusammen mit Mailand und Rom zur wichtigsten Stadt des westlichen römischen Reiches, hier wurde die Verwaltung der Gebiete, die heute zu Westeuropa und Nordafrika gehören, organisiert.
Von 306 – 330 n. Chr. an residierten hier mehrere römische Kaiser, z.B. Konstantin I oder auch dessen Sohn Konstantin II. Von 367 – 388 n. Chr. war es wieder Kaiserresidenz. Im Jahre 475 n. Chr. ging Treveris, nach Niederlagen und Plünderungen, an die Franken.
Die gut erhaltene Porta Nigra, das Wahrzeichen der Stadt, ein ehemaliges römisches Stadttor, gehört zum Unesco-Weltkulturerbe, weitere Sehenswürdigkeiten sind das Amphitheater, die Thermen, die Römerbrücke und die Konstantinsbasilika, ebensfalls Weltkulturerbe der Unesco.Römische Städte – Mogontiacum – Mainz
Mainz wurde als Militärlager Mogontiacum gegründet und später Hauptstadt der römischen Provinz Germania Superior. Als Gründungsdatum wird das Jahr 13 oder 12 v. Chr. angenommen. Nero Claudius Drusus hatte es als Bollwerk und Ausgangspunkt für Feldzüge nach Germanien errichten lassen. In dem Hauptlager im heutigen Stadteil Kästrich (das Wort leitet sich direkt von Castrum ab) und später errichteten Nebenlager waren in Krisenzeiten bis zu vier Legionen (ca. 20.000 Mann) stationiert. Durch die große Anzahl von Soldaten wurden auch viele Handwerker und Händler nach Mogontiacum gezogen.
Nach der Varusschlacht wurde Mogontiacum zum wichtigsten Militärlager, Hauptstadt und Verwaltungszentrum der Provinz Germania Superior. In der Folgezeit erlebte die Siedlung eine Blüte und erlangte Wohlstand, bis sie Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. immer wieder von den Chatten, Vandalen oder Alamannen bedroht wurde. Als der Verfall des römischen Reiches immer deutlicher und unaufhaltsam wurde, nahmen 352-355 Alamannen die Stadt ein, weitere Überfälle folgten. Auch die Vandalen (407) und die Hunnen (451) eroberten die Stadt, danach übernahmen die Franken die Stadt und gliederten sie in ihr Reich ein.
Die Römersteine sind Überreste eines römischen Aquädukts, weiterhin kann man im Museum für antike Schifffahrt oder im Römisch-Germanischen Zentralmuseum interessante Ausstellungsstücke aus der Römerzeit bestaunen.Römische Städte – Ratisbona – Regensburg
Die Gegend um Regensburg war schon in der Steinzeit besiedelt, aber die römische Epoche der Stadt begann im Jahre 79 n. Chr. mit der Errichtung eines Kohortenkastells im heutigen Stadtteil Kumpfmühl, von dessen Wachtürmen aus die Talmündungen der beiden Flüsse Naab und Regen überwacht werden sollten. Das Kastell und vermutlich auch eine in der Nähe liegende Siedlung wurden in zweiten nachchristlichen Jahrhundert durch Markomannen, einem germanischen Stamm zerstört.
Nach weiteren Angriffen der Markomannen wurde im Jahr 179 n. Chr. auf Befehl des Kaisers Marc Aurel auf dem Gebiet der heutigen Altstadt Regensburgs das Legionslager Castra Regina erbaut. Die steinerne Inschrift, die über dem östlichen Tor angebracht war, gilt als Gründungsurkunde Regensburgs. In Castra Regina war die III Italische Legion mit etwa 6.000 Mann stationiert, es war militärischer Hauptort der Provinz Raetia. An der westlichen Seite des Lagers entstand eine zivile Siedlung, in der Gewerbetreibende, Handwerker und Angehörige der Legionäre lebten.
Im 3. Jahrhundert wurde Castra Regina durch die Alamannen zerstört, schließlich gaben die Römer das Gebiet auf und zogen sich zurück, im 4. Jahrhundert zog die III Italische Legion ab und das Lager wurde zu einer zivilen Siedlung.
Das Historische Museum Regensburg dokumentiert die Geschichte und Entwicklung der Stadt.Römische Städte – Augusta Vindelicorum – Augsburg
Augsburg wurde im Jahre 15 v. Chr. gegründet, am Anfang stand ein Militärlager, das im Auftrag von Kaiser Augustus seine beiden Stiefsöhnen Tiberius und Drusus auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Oberhausen errichten ließen. Somit ist es nach Trier die älteste Stadt Deutschland.
Schon bald bildete sich um das Lager die Siedlung Augusta Vindelicorum, der im Jahre 121 von Kaiser Hadrian das Stadtrecht verliehen wurde. Seit dem Jahre 95 n. Chr. wurde es Provinzhauptstadt von Raetia.
In den Jahren 259-260 fielen Juthungen in Italien ein, sie wurden im April 260 vom raetischen Statthalter in der Nähe von Augsburg geschlagen, wie es der Augsburger Siegesaltar belegt. 270-271 bei der Schacht von Placentia und Schlacht bei Pavia drangen die Juthungen abermals nach Italien, wo sie von Aurelian besiegt wurden. Mitte des 4. Jahrhunderts wurde das Legionslager bei einem Einfall der Juthungen und Alamannen zerstört.
Die Via Claudia Augusta , die durch Augsburg führte und eine der wichtigsten Römerstraßen zwischen Süddeutschland und Norditalien war, ist heute größtenteils noch erhalten und kann begangen werden. Des Weiteren kann man im Römischen Museum Augsburg einen guten Überblick über die römische Geschichte gewinnen, es beherbergt den Augsburger Siegesaltar, sowie Schmuck, Gläser, Keramik, Sarkophage und vieles mehr.Römische Städte – Castellum apud Confluentes – Koblenz
Die Stadt nimmt ihren Anfang mit einem Kastell, das unter Kaiser Augustus um das Jahr 8 n. Chr. am Zusammenfluss von Rhein und Mosel erbaut wurde, um die Strecke Mainz-Köln-Xanten zu sichern. Der Name „Koblenz“ geht zurück auf die lateinische Bezeichnung „castellum apud confluentes“ – Kastell bei den Zusammenfließenden“. Seit dem Jahre 85. n. Chr. gehörte es zur Provinz Germania Superior.
Zum Schutz des Limes entstand um das Jahr 100 n. Chr. herum auf der rechtsrheinischen Seite das Kastell Niederberg, in das die Truppen verlegt wurden. Zur Unterstützung der Truppen ließen die Römer viele Brücken über Rhein und Mosel errichten. In Zusammenhang mit Überfällen der Franken wurde das Kastell um 259 herum wieder aufgegeben. Nach dem Fall des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert gelangte Koblenz in die Hände der Franken.
In Koblenz sind nur noch wenige Relikte aus römischer Zeit zu sehen, so z.B. einige Mauerreste in der Koblenzer Altstadt oder im Naherholungsgebiet Remstecken südlich von Koblenz Überreste eines ausgegrabenen und teilrestaurierten römischen Bauernhofes. Einige Gebäude, so z.B. die Alte Burg oder die Wohnhäuser in der Kornpfortstraße wurden auf Überresten der unter Kaiser Konstantin erbauten ehemals mächtigen Stadtmauer errichtet.
Das Landesmuseum Koblenz zeigt in einer Dauerausstellung einige archäologische Funde.Römische Städte – Castra Novesia – Neuss
Neuss entstand um das Jahr 16 v. Chr. als Befestigung aus Holz und Erde an strategisch günstiger Stelle. Hier mündete die Erft in den Rhein und bot einen Zugang zu den Wasserstraßen von Ruhr, Lippe, Erft, Wupper und Rhein, zusätzlich lag es am Ende einer Straße, die von Lyon bis an den Rhein führte. Um das Jahr 50 n. Chr. wurde ein richtiggehendes Militärlager, Castra Novesia, erbaut, in dem in den folgenden Jahren ständig die VI. Legion mit etwa 6.500 Mann stationiert war. Um das Militärlager herum entstand eine zivile Siedlung. Als sich im 3. Jahrhundert n. Chr. die Angriffe der Franken auf das römische Herrschaftsgebiet verstärkten, wurde die Verteidigung neu organisiert und das Lager aufgegeben, ein neues wurde auf dem Gebiet der zivilen Siedlung unweit der heutigen Kriche St. Quirin errichtet.
Anläßlich der 2.000-Jahr Feier wurde ein historischer Rundgang erarbeitet, der einige Fundstücke aus der römischen Zeit zeigt, so z.B. die Jupitersäule, der Grabstein des Oclatius, der Grabstein des Pancuius, originale Steine aus dem Legionslager und die Stelle, an der die römische Steinbrücke über die Erft führte (sie wurde im 16. Jahrhundert zerstört).
Das Clemens-Sels-Museum zeigt die Entwicklung der Stadt von der römischen Zeit bis in die Gegenwart.Römische Städte – Cambodunum – Kempten
Das Gründungsjahr Kemptens ist unbekannt, der Geograph Strabon erwähnt in seinem 18 n. Chr. erschienenen Buch die von Estionen, einem keltischen Volksstamm, bewohnte Siedlung Kambodounon, aus der sich im Laufe der Zeit die römische Siedlung Cambodunum entwickelt hat. Ihre verkehrsgünstige Lage – Cambodunum lag an einem Verkehrsknotenpunkt, hier kreuzten sich mehrere Fernstraßen – begünstigte das rasche Wachstum der Stadt und führte zu einer kurzen, aber heftigen Blütezeit. Während Cambodunum Anfang des 1. nachchristlichen Jahrhundert nur eine kleine Siedlung aus hölzernen Gebäuden war, erfolgte in den folgenden Jahren ein Bauboom und im 2. Jahrhundert besaß es Tempel, Thermen, ein Forum und alles, was zu einer römischen Stadt gehörte. Cambodunum war noch vor Augsburg Hauptstadt der Provinz Raetia. Im Jahre 233 überfielen die Alamannen die Stadt, aber es war eher eine wirtschaftliche Verschlechterung, die zum Niedergang und zur Verödung führten. Cambodunum wurde zu einer kleinen Garnisonsstadt, aber Mitte des 5. Jahrhundert wird auch das Militär abgezogen, was ein Ende der Stadt bedeutet.
Der archäologische Park Cambodunum (APC) gibt einen guten Einblick in das Leben zur Römerzeit, im gallo-römischen Tempelbezirk wurden mehrere Kultbauten wurden in originaler Größe errichtet. Daneben kann man in einem modernen Ausstellungsgebäude die originalen Fundamente einer antiken Badeanlage besichtigen.Römische Städte – Noviomagus – Speyer
Die Stadt Speyer geht zurück auf ein römische Kastell, das im Jahre 10 v. Chr. im Auftrag von Kaiser Tiberius in strategisch günstiger Lage in der Nähe des Rheins in der späteren Provinz Germania superior errichtet wurde, im Zusammenhang mit der Niederlage bei der Varusschlacht und der daraus folgenden Notwendigkeit der Neuorganisation der Verteidigung folgten zwei weitere Kastelle in etwas versetzter Lage. Zeitgleich mit der Anwesenheit des Militärs entstand eine zivile Siedlung namens Noviomagus, die rasch eine Blütezeit erlebte, denn die günstige Lage machte die Siedlung zu einem Handelsknotenpunkt, von dem aus Beziehungen nach Italien, an die Rhone, Spanien und Gallien aus liefen.
Nach der Einnahme der rechtsrheinischen Gebiete verlor das Kastell seine strategische Bedeutung und wurde aufgegeben, die zivile Siedlung wurde in den Rang einer Civitas erhoben. Noviomagus hatte ständig unter den Angriffen der Alamannen zu leiden, die 275 die Stadt vollständig zerstörten. In den folgenden Jahren folgten weitere Angriffe durch Sueben, Vandalen, Alanen und Hunnen, schließlich zogen sich die Römer im 5. Jahrhundert zurück und der Name „Spira“ bezeugt, dass ab 614 wohl nicht mehr lateinisch gesprochen wurde.
Das Historische Museum der Pfalz besitzt mehrere Ausstellungsstücke, auch aus römischer Zeit, so z.B. die älteste Weinflasche der Welt.