Römische Provinzen

Römische Provinzen um 120 n. Chr.

Dies ist ein Liste der römischen,  “kaiserlichen”  Provinzen (provinciae caesaris) und „öffentlichen Provinzen“ (provinciae publicae), heute oft als „senatorische Provinzen“ bezeichnet, in Gruppen unterteilt entsprechend ihrer geografischen Lage, im Uhrzeigersinn um das Mittelmeer:

Römische Provinzen – Hispanien

  • Hispania ulterior: eingerichtet 197 v. Chr., 27 v. Chr. in die Provinzen Baetica und Lusitania aufgeteilt. Sie umfasste Gebiete des heutigen Südwestspaniens und Portugals
  • Hispania citerior: 197 v. Chr. eingerichtet mit der Hauptstadt Tarragona (Tarraco) 27 v. Chr. in „Hispania Tarraconensis“ umbenannt
  • Baetica: 14 v. Chr. durch Ausgliederung aus der Provinz Hispania ulterior als senatorische Provinz mit der Hauptstadt Cordoba (Corduba) entstanden. Sie umfasste etwa die Gebiete Andalusiens und Teile der Extremadura
  • Lusitania: um 15 v. Chr. entstanden durch Ausgliederung aus der Provinz Hispania ulterior. Diese kaiserliche Provinz umfasste etwa das Gebiet des heutigen Portugals, die Hauptstadt war das heute spanische Merida (Emerita Augusta)
  • Tarraconensis: (oder: Hispania Tarraconensis): 27 v. Chr. durch Umbenennung von Hispania citerior entstanden und als kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Tarragona (Tarraco) eingestuft. Tarraconensis erstreckte sich über die Gebiete Nord- und Ostspaniens bis hinunter nach Almeria im Südosten
  • Baleares: die Balearen wurden 122 v. Chr. römische Provinz mit der Hauptstadt Palma (Palmaria Palmensis)

Römische Provinzen – Gallien

Karte der Römischen Provinzen im Alpenraum

Karte der Römischen Provinzen im Alpenraum

  • Gallia: die 51 v. Chr. durch Caesar eroberten gallischen Gebiete. Sie wurden 17 n. Chr. in die Provinzen Aquitania, Gallia Belgica und Lugdunensis aufteilt
    Gallia transalpina: das gallische Gebiet „jenseits der Alpen“ bezeichnete die 125-118 v. Chr. von römischen Truppen südfranzösischen Gebiete mit der Hauptstadt Narbonne
    (Narbo). 22 v. Chr. wurde sie als senatorische Provinz in (Gallia) Narbonensis umbenannt
  • Narbonensis: 22 v. Chr. durch Umbenennung von Gallia transalpina entstanden. Sie umfasste die Gebiete Südfrankreichs, die heutige Provence, das Languedoc und Roussilon
  • Aquitania: das Gebiet Südwest- und Zentralfrankreichs wurde 17 n. Chr. als kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Bordeaux (Burdigala) dem römischen Reich fest
    eingegliedert, wo es bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts verblieb. Aquitania grenzte westlich an die Provinz Narbonensis und erstreckte sich entlang der Atlantikküste bis etwa in die Gegend des heutigen Nantes. Die Nordgrenze bildete die Loire
  • Gallia Belgica: 17 n. Chr. durch Aufteilung der Provinz Gallia als kaiserliche Provinz entstanden. Die von der Hauptstadt Reims (Durocortorum) verwalteten Gebiete umfassten Nord- und Nordostfrankreich, den Westteil Belgiens, das Moselgebiet und den Jura bis zum Genfer See (Lacus Lemanus)
  • Lugdunensis: auch diese kaiserliche Provinz entstand 17 n. Chr. durch Aufteilung der früheren Provinz Gallia. Hauptstadt war Lyon (Lugdunum), die Provinz umfasste
    die Gebiete der Bretagne und der Normandie bis zur Seine

Römische Provinzen – Britannien

  • Britannia: die britischen Gebiete von England, Cornwall, Wales und Schottland wurden 43 n. Chr. von Rom erobert und blieben bis 410 n. Chr. kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt London (Londinium). Die Provinz wurde 212/213 in Britannia superior (Hauptstadt Londinium) und Britannia inferior (Hauptstadt York = Eboracum) aufgeteilt

Römische Provinzen – Germanien

  • Germania inferior: seit Kaiser Augustus ein Militärbezirk unter einem kaiserlichen Legaten, wurde das westrheinische Gebiet der heutigen Niederlande und des Nordwestens
    Deutschlands 89/90 n. Chr. als kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) ausgewiesen
  • Germania superior: wie Germania inferior waren die linksrheinischen Gebiete der Westschweiz, des östlichen Frankreichs und Südwestdeutschlands römischer
    Militärbezirk, bis sie 89/90 n. Chr. zur kaiserlichen Provinz mit der Hauptstadt Mainz (Mogontiacum) erklärt wurden
  • Raetia: 8/7 v. Chr. als erste kaiserliche Provinz im germanischen Einzugsgebiet eingerichtet, umfasste Raetia die Gebiete zwischen Inn und Bodensee, die Nordostgrenze bildete
    die Donau (Danuvis), westlich davon sicherte der Limes die Provinz gegen Norden. Sie war in einen als „Raetia prima“ bezeichneten südlichen und einen „Raetia secunda“ genannten nördlichen Abschnitt unterteilt. Hauptstadt war Augsburg (Augusta Vindelicorum)

Römische Provinzen – Italia

Karte der Römischen Provinzen rund um das Mittelmeer

Karte der Römischen Provinzen rund um das Mittelmeer

  • Gallia cisalpina: diese schon 203 v. Chr. eingerichtete Provinz war auch als Gallia citerior („diesseitiges Gallien“) bekannt und lag in Norditalien. 41 v. Chr. wurde sie dann als
    zu Italien gehörig angesehen und galt nicht mehr als Provinz
  • Alpes Poenine: das Gebiet des Wallis wurde 8/7 v. Chr. als kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Martigny (Forum Claudii Vallensium) ausgewiesen
  • Alpes Graiae: das sich an die Alpes Poenine westlich anschließende Gebiet (heute Departement Savoie) der „Grajischen Alpen“ wurde oft mit diesem zusammen verwaltet. Es wurde zwischen 41 und 54 n. Chr. als kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Aime-en-Tarentaise (Forum Claudii Ceutronum). eingerichtet. Im 3. Jahrhundert wurde es in « Alpes Atrectionae » umbenannt
  • Alpes Cottiae: das Gebiet um die Hauptstadt Susa (Segusium) in den italienischen Alpen wurde 8/7 v. Chr. kaiserliche Provinz
  • Alpes Maritimae: das heute noch als Alpes Maritime bekannte Gebiet von der französischen Var bis zum italienischen Po, von der Cote d’Azur bis weit ins Landesinnere. Nach der Unterwerfung der Ligurer zwischen 14 und 7 v. Chr. als kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Cimiez (Cemenelum) eingerichtet
  • Sicilia: 241 v. Chr. als erste römische Provinz überhaupt eingerichtet, wurde diese größte Insel des Mittelmeers mit der Hauptstadt Syrakus (Syracusae) der wichtigste Getreidelieferant Roms. Seit August wurde es als senatorische Provinz eingestuft
  • Sardinia und Corsica: während des ersten Punischen Krieges 237 v. Chr. als zweite römische Provinz mit der Hauptstadt Cagliari (Calares) ausgewiesen. 456 durch die Vandalen erobert

Römische Provinzen – Illyrien

  • Noricum: das östlich an Raetia angrenzende Gebiet Kärntens und der Steiermark, dessen Nordgrenze die Donau bildete. Um 40 n. Chr. als kaiserliche Provinz mit der
    Hauptstadt Zollfeld (Virunum) eingerichtet
  • Pannonia inferior: die Gebiete Westungarns und Ostösterreichs sowie Teile Sloweniens wurden 6-9 als Pannonia dem römischen Reich eingegliedert. Um 103 n.
    Chr. in die kaiserlichen Provinzen Pannonia inferior mit der Hauptstadt Budapest (Aquincum) und
  • Pannonia superior: mit der heute nicht mehr existenten Hauptstadt Carnuntum östlich von Wien an der Donau aufgeteilt
  • Dalmatia: der seit 8 v. Chr. als kaiserliche Provinz Illyricum superius ausgewiesene Westteil des Balkans mit Gebieten Kroatiens, Serbiens, Bosniens, Montenegros und Albaniens wurde Mitte des ersten Jahrhunderts in Dalmatia umbenannt. Die Hauptstadt war das kroatische Solin (Salona)
  • Illyricum: weite Teile der Balkanhalbinsel und östliche Teile Österreichs wurden 168 v. Chr. zur Provinz mit der Hauptstadt Sremska Mitrovica (Sirmium) in Serbien erklärt. 8 v. Chr. erfolgte die Aufteilung in Illyricum superius und Illyricum inferius
  • Illyricum superius: (siehe: Dalmatia)
  • Illyricum inferius: (siehe: Pannonia superior)
  • Dacia: etwa die Gebiete des nördlichen Rumänien waren von 106 bis 271 n. Chr. kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Sarmizegetusa. 119 n. Chr. erfolgte die Aufteilung in Dacia inferior und Dacia superior
    • Dacia inferior: 119 n. Chr. durch Aufteilung von Dacia entstanden, es umfasste den Ostteil dieses Gebietes
    • Dacia superior: 119 n. Chr. durch Aufteilung von Dacia entstanden, es umfasste den Westteil dieses Gebietes
    • Tres Daciae: 167 n. Chr. wurden die rumänischen Gebiete als Tres Daciae wieder zusammengefaßt. Mitte des dritten Jahrhunderts musste Rom jedoch seine Truppen
    • von dort abziehen
  • Moesia: die Gebiete zwischen Illyricum im Westen, Dacia im Norden und Thracia im Süden begrenzt von der Donau im Norden. Die 15 n. Chr. als kaiserliche Provinz Moesia
    ausgewiesenen Gebiete umschlossen etwa Serbien und das nördliche Bulgarien. 85 n. Chr. erfolgte die Aufteilung in Moesia inferior und Moesia superior

    • Moesia inferior: der östliche, an das Schwarze Meer angrenzende Teil der Provinz Moesia. Durch Aufteilung 85 n. Chr. als kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Oescus im heutigen Bulgarien entstanden
      Moesia superior: der westliche Teil der früheren Provinz Moesia, durch Aufteilung 85 n. Chr. als kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Kostolac (Viminatium) in Serbien entstanden
  • Thracia: 46 n. Chr. wurden der südliche Teil Bulgariens und Teile Makedoniens zur kaiserlichen Provinz Thracia mit der Hauptstadt Plowdiw (Philippopolis) erklärt. Ab 395 der Kern des byzantinischen Reiches
  • Macedonia: Teile Nordgriechenlands und Makedoniens wurden schon 148 v. Chr. zur Provinz erklärt, unter Augustus als senatorische Provinz mit der Hauptstadt Thessaloniki eingestuft. 15 – 44 n. Chr. zur kaiserlichen Provinz umgewidmet
  • Epirus: die an die Adria angrenzenden Gebiete des nordwestlichen Griechenlands und Albaniens wurden 67 n. Chr. zur kaiserlichen Provinz mit der Hauptstadt Preveza
    (Nicopolis) erklärt
  • Achaea: das Gebiet des südlichen Griechenland und des Peloponnes wurde 27 v. Chr. als senatorische Provinz mit der Hauptstadt Korinth (Colonia Laus Iulia Corinthiensis) eingerichtet, im Norden begrenzt durch Epirus und Macedonia

Römische Provinzen – Asien

  • Asia: der Westteil der heutigen Türkei, etwa das frühere Herrschaftsgebiet des Königreichs Pergamon, wurde 133 v. Chr. als senatorische Provinz mit der Hauptstadt
    Ephesos ausgewiesen
  • Bithynia: der an das Schwarze Meer angrenzende Nordteil der Türkei mit der Hauptstadt Izmit (Nikomedia) wurde 64 v. Chr. senatorische Provinz
  • Galatia: dieses türkische Zentralgebiet wurde 25 v. Chr. als kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Ankara (Sebaste Tectosagum) ausgewiesen
  • Lycaonia: das im Süden an Galatia angrenzende Gebiet mit der Hauptstadt Konya (Tyriconium) befand sich seit 187 v. Chr. in der Verfügungsgewalt Roms. Wahrscheinlich gleichzeitig mit Lycia wurde es 43 n. Chr. zur kaiserlichen Provinz erklärt
  • Lycia: das Gebiet an der türkischen Südküste, begrenzt von Asia im Norden und Pisidia im Osten, wurde 43 n. Chr. zur kaiserlichen Provinz mit der Hauptstadt Demre (Myra)
    erklärt. 74 n. Chr. wurde es mit Pamphylia zusammengelegt
  • Pamphylia: östlicher Nachbar von Lycia an der türkischen Südküste. 74 n. Chr. durch Zusammenlegung mit Lycia als kaiserliche Provinz Lycia et Pamphylia mit der Hauptstadt Demre (Myra) entstanden
  • Pisidia: kleines Gebiet zwischen Asia im Nordwesten, Lycaonia im Osten und Pamphylia im Süden. Genaue Daten zur Ausweisung als römische Provinz fehlen
  • Cyprus: die Insel Zypern wurde 22 v. Chr. zur senatorischen Provinz mit der Hauptstadt Nikosia (Ledra)
  • Cilicia: die türkische Südküste östlich von Pamphylia wurde 102 v. Chr. römische Provinz und unter Kaiser Augustus als kaiserliche Provinz mit Tarsus als Hauptstadt ausgewiesen
  • Cappadocia: der Ostteil der Türkei wurde 18 n. Chr. als kaiserliche Provinz ausgewiesen und war von etwa 69 – 98 n. Chr. mit Galatia vereinigt. Die Hauptstadt war Kayseri (Caesarea)
  • Pontus: die nordöstliche Schwarzmeerküste der Türkei, 64 n. Chr. zur senatorischen Provinz mit der Hauptstadt Iznik (Nikaia) erklärt. Oftmals zusammen mit seinem westlichen
    Nachbarn als Bithynia et Pontus verwaltet
  • Armenia: ab 114 n. Chr. wurde die Gegend östlich von Cappadocia, etwa das Gebiet des Armeniens, Aserbaidschans sowie der Ostteil Georgiens und Südrusslands, zur kaiserlichen Provinz mit der Hauptstadt Artaschat (Artaxarta) erklärt. Die Verwaltung erfolgte zeitweise zusammen mit Cappadocia
  • Armenia Inferior: die Südostküste des Schwarzen Meeres, etwa die historische Landschaft Kolchis, heute zu Georgien gehörig, zusammen mit Armenia zur römischen Provinz
    erklärt
  • Sophene: das Gebiet westlich des Oberlaufs des Euphrat, ab 114 n. Chr. römische Provinz mit Amida als Hauptstadt
  • Osroene: das Gebiet am Oberlauf von Euphrat und Tigris, südlich von Sophene, 114 n. Chr. zur römischen Provinz mit der Hauptstadt Sanliurfa (Edessa) erklärt
  • Commagene: das Gebiet zwischen der Südspitze der Türkei und Syrien wurde 74 n. Chr. römische Provinz mit der Hauptstadt Samosata
  • Assyria: die Gründung der Provinz Assyria wird Kaiser Trajan um 114 n. Chr. zugeschrieben, sie soll den nordöstlichen Teil des Zweistromlands, umschlossen haben. Da sie
    erst in spätantiken Quellen erwähnt wird, ist ihre Existenz umstritten
  • Mesopotamia: das Gebiet des Irak wurde zwischen 195 – 198 n. Chr. als kaiserliche Provinz ausgewiesen
  • Syria: etwa mit dem Staatsgebiet Syriens und eines Teils des Libanon identisch, wurde diese Gegend 63 v. Chr. zur römischen Provinz und unter Augustus als
    kaiserliche Provinz mit der Hauptstadt Homs (Emesa) ausgewiesen. 193/194 wurde sie in Syria Coele im Süden und Syria Phoenice im Norden aufgeteilt
  • Syria Palaestina: diese kaiserliche Provinz wurde 135 n. Chr. nach dem Bar-Kochba-Aufstand aus den vorherigen Provinzen Syria und Judaea gebildet
  • Judaea: die Gebiete südlich von Syrien wurden 44 v. Chr. zur kaiserlichen Provinz mit der Hauptstadt Jerusalem (Aelia Capitolina) erklärt Arabia (oder Arabia Petraea): der südliche Teil Israels sowie Teile Südsyriens, Jordaniens und die Halbinsel Sinai bildeten ab 106 n. Chr. die kaiserliche Provinz Arabia Petraea mit der Hauptstadt Bostra in Syrien

Römische Provinzen – Afrika

  • Africa: der Sizilien gegenüberliegende Teil Tunesiens mit der Hauptstadt Karthago wurde 146 v. Chr. römische Provinz, ab 27 v. Chr. auch als Africa proconsularis bezeichnet
  • Aegyptus: das Gebiet Aegyptens mit der Hauptstadt Alexandria wurde 30 v. Chr. zur kaiserlichen Provinz erklärt
  • Cyrenaica: die Nordküste Afrikas mit dem westlichen Teil Ägyptens und dem Nordosten Libyens wurde 74 v. Chr. römische Provinz mit der Hauptstadt Kyrene (Cyrene)
  • Numidia: die Nordküste Afrikas westlich von Cyrenaica und südlich der Provinz Africa wurde erst 198/199 zur kaiserlichen Provinz mit der Hauptstadt Constantine (Cirta)
    erklärt
  • Mauretania Caesariensis: die Nordküste des heutigen Algerien und Marokkos, 40 n. Chr. mit der Hauptstadt Caesarea zur kaiserlichen Provinz erklärt
  • Mauretania Tingitana: westlich von Mauretania Caesariensis, ebenfalls 40 n. Chr. zur kaiserlichen Provinz mit der Hauptstadt Tanger (Tingis) erklärt

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