Römische Götter – Jupiter und Neptun
Als wichtigste römische Götter gelten die zwölf olympischen Götter, allen voran Jupiter, der “Himmelsvater”. Der älteste römische Gott wird als Vater der Götter und der Menschen angesehen. Er ist der Herr über das Wetter, verfügt über Regen, Blitz und Donner und soll das Land an die Menschen verteilt und seine Grenzen festgelegt haben. Neptun ist der älteste Bruder Jupiters und der Gott der Gewässer und der Pferde. Neptun herrscht über die Naturgewalten und gilt als friedlicher und heiterer Gott.
Römische Götter – Juno und Ceres
Juno ist die höchste römische Göttin und steht als Symbol für die Weiblichkeit schlechthin. Sie fungiert als Beschützerin der Frauen und Schwangeren, weiterhin wacht die schöne Gattin Jupiters über Eheschließungen und Keuschheit. Ceres ist die römische Göttin des Ackerbaus und sorgt als “Erdenmutter” für das gute Wachstum der von den Bauern ausgebrachten Saat. Ceres brachte den Römern nicht nur den Weizen, sie macht sich auch für die Rechte der Frauen stark. Werden Gesetze übertreten, kann die treu sorgende Mutter sehr zornig reagieren.
Römische Götter – Apollo und Diana
Der athletische Schöngeist Apollo wird als “Musenführer”, als Schirmherr der Künste, verehrt. Er ist der Gott der Poesie und des Lichts, beschützt die Viehherden und offenbart als Gott der Orakel sein zwiespältiges Wesen. Liebeshungrig und grausam zeigt er sich sowohl mit Harfe, als auch mit Pfeil und Bogen. Diana, die Zwillingsschwester Apollos, ist die Mond- und Jagdgöttin. Selbst frei und kinderlos steht die Göttin der Frauen für die Fruchtbarkeit von Mensch und Tier. Ihre Heimat sind die Berge und Wälder. Freie und Sklaven verehren sie gleichsam.
Römische Götter – Minerva, Mars und Venus
Mit Helm und Schild ist Minerva, die Schutzpatronin Roms, ausgestattet. Die Göttin der Künste und der strategischen Kriegsführung, des Handwerks und der Spielleute und Musikanten und brachte den Römern den Ölbaum. Der unnachgiebige Kriegsgott Mars, Liebhaber der Venus, ist ebenfalls der Gott des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit. Als Göttin der Liebe und Schönheit ist Venus auch verantwortlich für die Gesundheit und Sauberkeit ihres Volkes. Als Göttin des Schwefels, welcher zu Reinigungszwecken verwendet wird, sorgt sie dafür, dass Rom sauber und seuchenfrei bleibt.
Römische Götter – Merkurs, Vulcanus und Vesta
Mit Geldbeutel und Botenstab ausgerüstet, kommt Merkur, der Gott des Handels und der Reisenden, daher. Feuer ist das Element von Vulcanus, dem Gott der Vulkane und der Schmiedekunst. Vulcanus wurde von seiner Mutter Juno vom Olymp gestoßen und geht seither lahm. Zu den ältesten Göttern Roms zählt Vesta. Die unverheiratete Jungfrau ist die Hüterin des Herdfeuers und wacht über die Eintracht der Familien. In der Götter-Hierarchie machte Vesta dem Weingott Bacchus Platz.
Die Bedeutung der Götter im täglichen Leben der Römer
Der Gott Jupiter wurde von den Matronen Roms um Regen angefleht, indem sie barfuß zum Kapitol pilgerten. Indem sie einen Stein durch die Stadt schleiften, baten die Römer Jupiter, die Dürre zu beenden. Vom Blitz getroffene Bäume galten als heilig. Weiterhin wurde Jupiter angefleht, die Weinlese zu segnen.
Am 23. Juli feierten die Römer ein Fest zu Ehren des Gottes Neptun, mit der Bitte, die Quellen nicht versiegen zu lassen. Es wurde ausgelassen gefeiert und traditionelle Laubhütten errichtet. Die Göttin Ceres besaß in Rom große Macht. Ihr wurden zwölf Götter zur Seite gestellt, welche die einzelnen Arbeitsschritte im Ackerbau überwachten. Vor der Aussaat wurden der Göttin vielfältige Opfer dargebracht.
Göttin Diana wurde von Menschen aller Bevölkerungsschichten verehrt. Ledige, Verheiratete und Schwangere huldigten ihr ebenso wie entlaufene Sklaven, denen sie im Hain von Aricia eine Zuflucht bot. Im Mittelalter war Diana als Göttin der Hexen verschrien und daraus erwuchsen zahlreiche Vorurteile zu Zeiten der Hexenverfolgung.
Um den Tempel der Minerva versammelten sich die Handwerker Roms zu einem fünftägigen Fest. Minerva zählte zu den Stadtgottheiten, welche auf dem Kapitol verehrt wurden. Die Göttin erwarb sich große Verdienste um Rom und in vielen Haushalten wurde eine Statue der Minerva aufbewahrt.
Kriegsgott Mars waren Heeresversammlungen auf dem Campus Martius gewidmet. Am Altar wurden im Abstand von fünf Jahren Soldaten „ihrem“ Gott geweiht. Als Dank für den Schutz der Krieger wurden dem Gott Tieropfer dargebracht. Von der großen Bedeutung des Gottes Mars für die Römer zeugt auch, dass sie den ersten Monat ihres Kalenders nach ihm benannten.
Venus die Stammmutter der Julier
Venus wurde als Göttin der Liebe von allen Menschen verehrt. Besonders das Geschlecht der Julier sah sie als Stammmutter an. Julius Caesar ließ ihr einen prächtigen Tempel errichten. Göttin Vesta, die Beschützerin des Feuers, wurde besonders von Müllern und Bäckern verehrt. Bei einem Fest ihr zu Ehren wurden Esel mit Veilchen und Broten geschmückt.
Juno – Die Stadtherrin Roms
Göttin Juno wurde als Stadtherrin Roms auf dem Kapitol verehrt. Als Feiertag ihr zu Ehren galt der 1. März. Vor ihrem Tempel wurden Gänse gehalten, welche die Römer vor Feinden warnten. Gott Merkur wurde als Beschützer des Kornhandels ein Tempel geweiht. Die Zunft der Kaufleute nannte sich mercuriales. Am Stiftungstag, dem 15. Mai, wurden zahlreiche Opfergaben dargebracht.
Die Penaten
Eine Besonderheit in der römischen Mythologie stellen die Penaten dar. Die Schutzgötter der Vorräte beschützen, zusammen mit anderen Göttern, die Haushalte und Familien. Da es sich dabei um die Seelen verstorbener Ahnen handelt, sind die Penaten an „ihre“ Familien gebunden und wachen über deren Lebensmittel und die Herdfeuer.
Die wichtigsten Heiligtümer der römischen Götter
Auf dem Kapitolshügel befinden sich die bedeutenden Heiligtümer der römischen Welt. Der Jupitertempel gilt als ältester Tempel des Römischen Reiches und war der Mittelpunkt der wichtigsten Amtshandlungen. Hier wurden Kriegserklärungen beschlossen, Opfer dargebracht, Verträge unterzeichnet, Verbrecher hingerichtet und Triumphzüge abgehalten. In den Gewölben des Jupitertempels lagerten die „Sibyllinischen Bücher“, eine Orakelsammlung, welche in Zweifelsfällen befragt wurde. Ein tiefer Graben trennte den Jupiter- von ebenfalls bedeutenden Junotempel.
Auf dem Palatin, dem ältesten bewohnten Teil Roms, erhob sich der Apollotempel. Er befand sich inmitten der Besitzungen des Kaisers Augustus. Apollo selbst soll durch einen Blitzschlag die Stelle für den Bau angezeigt haben. Der imposante Marmortempel war durch eine Rampe mit dem Wohnhaus Kaiser Augustus verbunden. Südöstlich von Rom, am Ufer des Nemisees, befand sich der Hain von Aricia, das Heiligtum der Diana. Eine geweihte Eiche wurde von einem entlaufenen Sklaven bewacht. Junge Frauen zogen zum Tempel der Diana, wo eine Flamme gehütet wurde. Das ewige Feuer wurde im Vesta Tempel bewacht. Zum Komplex zählte auch das Haus der Vestalinnen. Die von einem Hof mit mehreren Brunnenbecken umgebene Säulenhalle beherbergte die Wohnungen der sechs Priesterinnen, welche sich für 30 Jahre verpflichten mussten, in Keuschheit zu leben und im Alter zwischen sechs und zehn Jahren in die Dienste der Vesta traten, um die ewige Flamme zu bewachen. Zum Wohnkomplex zählten auch eine Backstube und eine Mühle.
Arricia in den Albaner Bergen
In der historischen Landschaft Latium vor den Toren Roms befand sich der Venustempel. Der von 16 Säulen gekrönte Rundbau besaß einen Zugang zu den weitläufigen Katakomben Roms. Als Tempel aller Götter galt das Pantheon in Rom. Der gewaltige Bau auf dem Marsfeld besaß 1.700 Jahre lang die größte Kuppel der Welt. Seit dem 7. Jahrhundert wird das Pantheon als römisch katholische Kirche genutzt.
Die Priester der römischen Götter
Die sakralen Beamten des Pontifex waren im Collegium pontificum organisiert und überwachten alle Opferungen und religiösen Zeremonien. Ihr Vorsteher, der Pontifex Maximus, galt als Wächter des Götterkults und hatte seinen Sitz in Regia, an der Ostseite des Forum Romanum. Zum Kollegium gehörten auch der „Opferkönig“ Rex sacrorum und die sechs vestalischen Jungfrauen.
Als Flamen wurden die Einzelpriester bestimmter Gottheiten bezeichnet. Der Flamen dialis, der Priester des Jupiter, war strengen Regeln unterworfen, er durfte die Stadt nicht verlassen, musste einer Kleiderordnung folgen und durfte nicht mit Toten und Waffen in Kontakt kommen. Dafür genoss er zahlreiche Privilegien und kam in den Genuss der politischen Rechte eines Magistrats. Flamen Martialis war der Priester des Kriegsgottes Mars, Gott Vulcanus war der Flamen Volcanalis unterstellt. Göttin Ceres besaß den Priester Flamen Cerealis. Die Flamen zählten zum Pontifex und hielten öffentliche, ihrem Gott geweihte Riten ab. Sie überwachten die gesamte Verehrung „ihrer“ Gottheit.
Das zweithöchste Priesterkolleg war das aus neun Priestern bestehende Collegium Augurium. Die Priester waren für die Weihung der heiligen Stätten zuständig, berieten den Senat und überwachten die Weissagungen. Für die Organisation der religiösen Feste waren die sieben Priester des Septemviri Epulones zuständig. Die Vestalinnen, die sechs Priesterinnen der Göttin Vesta, hatten die Aufgabe, das heilige Feuer im Tempel zu hüten und den heiligen Kuchen, Mola Salsa, herzustellen. Wenn sie ihren Pflichten nicht nachkamen oder ihre aufgelegte Keuschheit verloren, drohte ihnen die Todesstrafe. Das Aufsehen über die Vestalinnen besaß die Vesta Maxima.
Römische Götter und Mythologie – Buchempfehlungen
Götter und Helden Kurzbeschreibung ( Quelle: Amazon)
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Autorenportrait
Prof. Pierre Grimal (1912-1997) , war Altphilologe und Historiker an der Sorbonne. Dr. Eckart Peterich (1900-1968), war Reiseschriftsteller, Kunsthistoriker, Essayist und Lyriker und Leiter der Deutschen Bibliothek in Rom. – Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Die Götter der Griechen und Römer – Kurzbeschreibung ( Quelle:Amazon)
Kurzbeschreibung
Vorstellung der Götter der Griechen und Römer in lexikalischer Form von A-Z. Das Buch ist lexikalisch aufgebaut; jede Gottheit wird unter einem eigenen Lemma von A-Z
abgehandelt. Dem Text liegen in der Regel antike Quellen zugrunde, soweit unverzichtbar wurde jedoch auch Sekundärliteratur zu Rate gezogen. Die Quellen- bzw. Literaturangaben finden sich am Ende eines jeden Artikels; auf sie wird im Fließtext durch Anmerkungen jeweils von 1 verwiesen.
Über den Autor
Hans-K. Lücke, Jg. 1927, ist Kunsthistoriker. Nach der Promotion einige Jahre in der Redaktion des Reallexikons zur deutschen Kunstgeschichte (RdK) in München tätig. Seit 1969 Professor im Dept. Of Fine Art/Graduate Dept. Of History of Art in der University of Toronto, Canada, mit dem Spezialgebiet Italienische Renaissance und besonderem Interesse an Kunst- und Architekturtheorie sowie Aspekten der Ikonographie in den Künsten. Seit 1993 emeritiert und derzeit in München ansässig.Susanne Lücke-David, Jg. 1933, promovierte in Kunstgeschichte, Archäologie und Musikwissenschaft. Tätigkeit am Schleswig-Holsteinischen Landesamt für Denkmalpflege, später an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. 1971/72 Lehrauftrag an der University of Toronto, Canada. Nach mehrjähriger Unterbrechung Rückkehr zu freiberuflicher Tätigkeit.

